In Dörfern leben viel zu wenig junge Leute

SÜDHARZ. Es ist ein freudiges Ereignis, sobald in Friedrichsthal ein Kind geboren wird - sagte Franka Hitzing, die Ortsbürgermeisterin. In ihren Worten schwingen unerfüllte Sehnsüchte. Auf ihren Autofahrten durch die Dörfer erfasst die Lehrerin mit einem Blick die leeren Straßen - allerorten fehlt Nachwuchs.

Am Sonntag dürfen in Buchholz 189 von 206 Einwohnern wählen. In Harzungen sind 188 von 215 Bürgern berechtigt. In Auleben wohnen 1030 Menschen, und 881 erhielten Wahlzettel.

In Friedrichsthal ist es Lehrerin Franka Hitzing wichtig, für die Jüngeren einen Spiel- und Sportplatz sowie Jugendklub vorzuhalten. "Doch die Angebote nutzen nichts, wenn es keinen Nachwuchs gibt", sagte sie. Die Perspektiven für kleine Dörfer machen sie nicht froh. Sie sieht zu viele verwaiste ziemlich große Grundstücke. "Zum Bleiben gibt es für Jüngere zu wenig Anreize", so Hitzing. Es müssen einfach zu hohe Beiträge für neue Straßen und die Kanalisation bezahlt werden. Dazu kommen die jedes Jahr fälligen Versicherungen und Steuern. "Die Verantwortung ist zu groß", so die Bürgermeisterin. Wer so ein Grundstück hat, muss bezahlen, sich um den Erhalt kümmern und Taxi für die Kinder sein. Wer will das freiwillig?

Quelle: Thüringer Allgemeine

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