FDP-Fraktion legt eigenes Schulkonzept vor
23.06.10 | 14:23 Uhr
In der Diskussion um die Reform des Schulsystems hat nun auch die FDP-Fraktion ein eigenes Konzept vorgestellt. Nach dem Willen der Liberalen sollen alle Grundschüler künftig nach der vierten Klasse automatisch auf die Regelschule wechseln, sagte FDP-Bildungsexpertin Franka Hitzing am Mittwoch in Erfurt.
Nach der sechsten Klasse bestehe die Möglichkeit, zum Gymnasium überzutreten.
Durch die Maßnahme werde den Kindern und Eltern der «enorme Druck» genommen, sich frühzeitig für eine weiterführende Schulform zu entscheiden.
Viele Grundschüler würden sich erst später entwickeln oder hätten gar eine «Spätzündung», sagte Hitzing. Der Übergang zum Gymnasium nach der vierten Klasse sei deshalb zu früh. Auf der Regelschule würden alle Schüler an den breiten Fächerkanon gewöhnt. Zudem könnten sie mit dem Druck eines möglichen Schulwechsels im höheren Alter besser umgehen.
Für besonders begabte Kinder soll dem Konzept zufolge möglicherweise der frühzeitige Wechsel nach der vierten Klasse auf das Gymnasium möglich bleiben, sagte Hitzing. In diesem Punkt habe man noch nicht ausreichend beraten.
Zugleich betonte Hitzing, an dem gegliederten Schulsystem aus Grundschule, Gymnasium und Regelschule festhalten zu wollen. Den Vorschlag der CDU, die Regelschule zu einer Oberstufe auszubauen, lehnte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende ab, da es genügend Schulen mit einer Oberstufe gebe.
Der Einführung einer Gemeinschaftsschule wolle sich die FDP nicht verschließen. Eine verpflichtende Einführung lehne sie aber ab, die Schulträger sollten sich freiwillig für diese Schulform entscheiden dürfen, sagte Hitzing.
Die Gemeinschaftsschule, auf deren Einführung sich SPD und CDU im Koalitionsvertrag verständigt hatten, sieht gemeinsames Lernen bis zur achten Klasse vor. Sie soll neben Gymnasium und Regelschule etabliert werden.
ddp

