Verbiss- und Schälinventur 2010

 

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
07.07.2011
K l e i n e A n f r a g e 1643
der Abgeordneten Barth und Hitzing (FDP)
Verbiss- und Schälinventur 2010

Laut dem Jahresrückblick 2010, herausgegeben durch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, verursachen Wildtiere dem Thüringer Staatsforst jährlich einen Schaden von rund acht Millionen Euro durch Schälung. Demnach waren laut der Verbiss- und Schälinventur im Frühjahr 2010 über die Hälfte der Edellaubhölzer und 44 Prozent der Eichen verbissen, was eine Steigerung von rund zehn Prozent gegenüber der letzen Erhebung aus dem Jahr
2007 bedeutet.
Wir fragen die Landesregierung:
1. Worauf führt die Landesregierung die Steigerung der Verbiss- und Schälschäden zurück?
2. In welchen Regionen Thüringens treten Verbiss- und Schälschäden gehäuft auf (bitte nach topographischer Lage und Wildart getrennt auflisten)?
3. Welche Auswirkungen hat die Jagdzeitverlängerung seit dem Oktober 2010 in den sechs Landesjagdbezirken auf den Rehwildbestand? Sind nach Auffassung der Landesregierung Probleme hinsichtlich der Biologie des Rehwildes (Lebensweise, Fortpflanzung) durch die
Jagdzeitverlängerung zu befürchten?
4. Konnte auf Grund der Jagdzeitverlängerung ein Anstieg der Rehwildstrecke verzeichnet werden? Wenn ja, wie wirkte sich dies auf die Erfüllung des Abschussplans aus?
5. Welche Alternativmaßnahmen zur Jagd führt die Landesregierung durch bzw. welche Maßnahmen sind angesichts der Verbiss- und Schälschäden zusätzlich geplant? Welche Aufwendungen wurden in den Jahren 2007 bis 2011 hierfür erbracht (bitte einzeln auflisten)?
6. Gibt es ein thüringenweites Konzept/Maßnahmenplan, um die Verbissschäden unter Beachtung von Schutzbestimmungen für den Erhalt des Wildbestandes in Thüringer Wäldern zu minimieren?
7. Plant die Landesregierung eine Auslagerung/Privatisierung der Jagdaufgaben? Falls ja, welchen Zeitplan verfolgt die Landesregierung, welche Aufgaben sollen ausgelagert werden und aus welchen Gründen plant die Landesregierung eine Auslagerung? Falls nein, aus welchen Gründen verzichtet die Landesregierung auf eine Auslagerung?
8. Wie bewertet die Landesregierung die finanziellen Auswirkungen einer Privatisierung der Jagdaufgaben im Vergleich zur heutigen Aufgabenerfüllung durch die öffentliche Verwaltung?
Barth, Hitzing

 

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